Von stupender Leuchtkraft

Malerei von Christopher Hopp bei Paul Schulz in Flein

300 Dosen hatten sie verbraucht. 300. Noch heute staunt Christopher Hopp über den Eifer, den sie damals an den Tag gelegt hatten. Eine Industriehalle auf dem Gelände der Firma Kolbenschmidt in Neckarsulm hatten er und sein Kumpel zur Verfügung gestellt bekommen. „Ein einmaliges Highlight“, so der in Ellhofen lebende Christopher Hopp. Eine so gigantische und dazu auch noch legale Wand, zeigt sich Hopp heute noch verblüfft, Jahre später. „Inklusive all der Farbe, inklusive eines ordentlichen Hubwagens, der uns das Arbeiten erleichterte.“

Lange ist es jetzt her, dass sich der 1984 geborene Christopher Hopp in der regionalen Graffiti-Szene umgetan hat. Inzwischen hat der Groß- und Einzelhandelskaufmann die Seiten gewechselt und arbeitet auf Leinwand. „Irgendwann verlief sich die Szene“, so Hopp, „und, ehrlich gesagt, irgendwann hat man einfach keine Lust mehr auf Wände.“

Bei Paul Schulz in Flein zeigt Christopher Hopp nun einige Arbeiten in Acryl, die in den letzten Jahren entstanden sind: Arbeiten, in denen er nicht mehr auf die typischen Mural-Techniken zurückgreift und seine geliebten Buchstaben in 3D. Heute holt sich Hopp seine Inspirationen auf Reisen, die ihn etwa in die Unterwasserwelt vor Fuerteventura oder in die Wüsten der Vereinigten Arabischen Emirate geführt haben: Unendlich viele Schichtungen sind es, die der Autodidakt nun in einer langen Geduldsarbeit aufträgt, manches trägt er wieder ab, es ist ein ewiges Wechselspiel, bis Hopps nunmehr bis zur Unkenntlichkeit abstrahierten Landschaften jene stupende Leuchtkraft und jenes gewisse Gleichgewicht erreicht haben.

Und dann? Muss auch Christopher Hopp einsehen, dass seine Arbeit, dieses ewige Work in Progress, beendet ist.

©HEILBRONNER STIMME, Weinsberger Tal, Kultur,

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